Volks und Heimatfest 2011
Der Höhepunkt des „Jahr der Könige“
Im Zeitraum vom 09.07.2011 bis zum 12.07.2011 fand das jährliche Volks- und Heimatfest der St. Josef Bruderschaft Venn statt. Für manchen Venner Schützen war dies wohl eines von vielen Schützenfesten, doch für die Mitglieder der Honschaft Hamern war es der Höhepunkt des „Jahr der Könige“. Das „Jahr der Könige“ war es für die Hamerner, da die Honschaft mit Thomas Raßmanns nicht nur den König der St. Josef Bruderschaft Venn stellte, sondern mit Andre Reinhard auch den Jungkönig – sowie mit Sebastian Corres den Schülerprinzen.
Wie es sich gehört mussten die Drei ihre Königswürde nicht alleine vertreten, da ihnen tatkräftige Minister und Ritter zur Seite standen. König Thomas Raßmanns standen Thomas Willekes und Marc Lüngen zur Seite. Die Ritter des Jungkönigs Andre Reinhard waren David Schatto und Matthias Corres, während der Schülerprinz Sebastian Corres von Thomas Raths jun. und Alexander Böker unterstützt wurde.
Die Könige und ihr Gefolge hatten im laufe des Jahres schon ein stolzes Programm bestritten. Angefangen mit der Inthronisation am Patronatsfest, der Nachtwallfahrt nach Hehn, den Schützenfesten in Westend, Hardt und Waldhausen, der Fronleichnamsprozession in Hardt sowie dem „Maiholen“ im Hardter Wald, gab es viele Stunden und Tage des Planens und der Vorbereitung. Und auch wenn das eigentliche Schützenfest erst mit dem 2. Wochenende im Juli beginnen sollte, so startete es für viele Mitglieder der Honschaft Hamern mit dem Beginn der Kränzerwoche schon 1 ½ Wochen früher. In dieser Zeit wurden Pfosten gesetzt und die klassischen Fähnchen aufgehängt und … es wurde ein Königsburg wie auch eine Ortskönigsburg gebaut.
Diese recht einzigartige Königsburg hatte schon in der Planungs- und Vorbereitungszeit (Hauptsächlich durchgeführt von Andreas Novy sowie Marcus Leyendeckers) einige Stunden, wenn nicht Tage Zeit für sich beansprucht, doch in der Kränzerwoche sollte sie den Hamerner einiges abverlangen. Glücklicherweise blieb das Wetter weitestgehend trocken und so konnten die stolzen Schützen dank des großartigen Einsatzes aller in der vorgegebenen Zeit ein beachtliches Ergebnis erzielen. Dies konnte sich nun wirklich sehen lassen. Die Königsburg bestand aus 5 Türmen, wobei die beiden Haupttürme mit einer Höhe von 3,80 Metern begehbar waren (Leitern im Innern) und von zwei mit Schiefer bestückten Wachhäuschen, dem Hamerner und dem Stadtwappen, sowie je einem im Dunkeln beleuchteten Fahnenmast geziert wurden. Die äußeren Türme wurden mit Granitkreuzen bestückt. Insgesamt hatte die Burg eine Höhe von ca. 4,80 Metern und eine Breite von ca. 16 Metern. Die mit Tannengrün zu besteckende Fläche maß ca. 85 m² und wurde mit etwa 2000 gelben Röschen verziert, welche die Klompenfrauen der Honschaft Hamern im laufe des Jahres angefertigt hatten.
Am Freitag dem 08.07.2011 war die Arbeit fristgerecht vollbracht und so konnten sich die fleißigen Schützen dem Höhepunkt ihres Jahres zuwenden – dem Volks- und Heimatfest. Eingeläutet wurde es, wie jedes Jahr, freitags mit dem Aufsetzen des Ortskönigsmaibaums, welcher (wie auch der „Königsmai“) ein paar Wochen zuvor im Hardter Wald unter dem Einsatz echter Muskelkraft gefällt und nach Hamern transportiert worden war. Musikalisch begleitet wurde die Zeremonie durch das Tambourcorps Lürrip, welches für den diesjährigen Anlass fast mit voller Besetzung aufmarschierte. Nachdem der „Mai“ des Ortskönigs Florian Corres und seinen Ministern Christian Dahmen und Simone Jedtke mit den benötigten Setzstangen und mit vereinten Kräften händisch hochgedrückt und sicher verankert war, konnten die Schützen und Ihre Gäste bei kalten Getränken, leckerem Spießbraten, Salaten und Brot im Biergarten des Dörestrüxke Kraft und Erholung für die nächsten Tage tanken.
Am Samstag ging es los…! Auch wenn im Dörestrüxke erst um 13:15 Uhr angetreten werden musste, war es dem Einen oder Anderen doch anzusehen, dass der vergangene Abend doch länger – bzw. „härter“ war, als es eigentlich gut wäre. Doch unterkriegen lässt sich so schnell niemand, und so marschierten wir um 14:00 Uhr vollzählig zum Hamerner Dorfplatz. Am Mahnmal für die Gefallenen der vergangenen Kriege gedachten wir bei einer Schweigeminute unserer Gefallenen und Verstorbenen. Nach einer mehr oder weniger kurzen Fotosession vor dem Hamerner Dorfkreuz setzte sich der Zug in Bewegung Richtung Venner Festzelt. Nach einem kurzen Aufenthalt im Zelt wurden die Fahnengruppen der
St. Josef Bruderschaft vom großen Festzug bei Familie Reinhard abgeholt. Von hier aus ging es weiter zur Königsburg, wo uns König Thomas Raßmanns mit seinen Ministern in Empfang nahm. Nachdem die Musikgruppen ein paar Lieder zum Besten gegeben hatten, wurde der Festzug von den Klompenfrauen Hamern mit kalten Getränken und belegten Broten versorgt. Gegen 17:20 Uhr wurde der „Königsmai“ aufgesetzt. Im Anschluss ging der Umzug weiter – über Rönneter zur Honschaft Poeth. Nach einem längeren Aufenthalt zogen wir zum Hause des Schriftführers der St. Josef Bruderschaft wo wir die Damen des Jungköniggepanns abholten. Gemeinsam ging es weiter zur Venner Pfarrkirche wo vor den Königen und ihren Damen die Serenade gespielt wurde. Dann ging es weiter zum Venner Festzelt wo bei stimmungsvoller Musik und guter Stimmung der Große Königsball (inklusive Ehrentänze) abgehalten wurde.
Nach einer für den Einen mehr – den Anderen weniger langen und erholsamen Nacht fanden sich die Hamerner Schützen am Sonntagmorgen um 07:15 in ihrem Wachlokal „ Am Dörestrüxke“ ein. Von hier aus zogen wir gemeinsam mit dem Tambourcorps Lürrip und der Hardter Blasmusik zum Venner Festzelt, um dann gemeinsam mit der gesamten St. Josef Bruderschaft Venn um 09:00 Uhr zum Festhochamt in der Venner Pfarrkirche einzuziehen.
Nach dem Gottesdienst, gehalten durch unseren Präses Horst Straßburger, zogen wir gemeinsam zum Venner Friedhof. In stiller Andacht zogen wir über den Friedhof und gedachten unserer Verstorbenen und Gefallenen, während die Musik „Ich hatte einen Kameraden spielte“. Nachdem der Kranz niedergelegt wurde und unser Präsident Bernhard Hinzen ein paar Worte gesprochen hatte, zog der Festumzug weiter zur Gaststätte „Jägersruh“. Nach einer kurzen Pause marschierten wir in 3 Blöcken zur Venner Pfarrkirche, wo wir uns in 5er Reihen zur Parade aufstellten. Nachdem die Hauptleute und die Generalität die Schützen inspiziert und die Paradebereitschaft sichergestellt hatten, Schritten die anwesenden Majestäten die Aufstellung ab, um im Anschluss die Parade abzunehmen. In zwei Paradedurchgängen zeigten die Venner Schützen wieder einmal, was Sie können und hinterließen nicht nur bei Ihren Königen und Ministern, sondern auch bei den anwesenden Zuschauern einen tiefen Eindruck.
Im Anschluss an die Parade löste sich der Zug gegen 13:00 Uhr im Festzelt zum musikalischen Frühschoppen auf.
Gegen 15:00 Uhr zog die Honschaft Hamern zurück zum Wachlokal nach Hamern.
Um 18:45 Uhr traten die Venner Schützen mit Ihren Frauen in der Gaststätte „Am Dörestrüxke“ an. Von hier aus zogen die Schützen und ihre Damen zur Serenade an der Burg des Königs. Nach einer schönen Musikeinlage führte der 2. Hauptmann Nikolaus Corres den Zug zum Venner Festzelt, wo die Venner gemeinsam bei dem ein oder anderen Bier und guter Stimmungsmusik bis spät in die Nacht feierten.
Am Montagmorgen traten die Hamerner Schützen zusammen mit den Hamerner Klompenfrauen um 08:45 Uhr zum gemeinsamen Frühstück in der Gaststätte „Am Dörestrüxke“ an. Nach einem schönen Frühstück zogen die Schützen mit 4 Mitgliedern des Tambourcorps Lürrip und 13 Mann des Pfeiffercorps Brachelen, sowie den Hamerner Klompenfrauen zum Venner Festzelt. Auf diesem Weg wurde an der Venner Grundschule ein kurzer Zwischenstopp eingelegt um den begeisterten Kindern eine kurze musikalische Darbietung zu bringen. Um 10:45 Uhr startete der Vogelschuss für den neuen Jungkönig. Nach 61 Schuss und unter großem Jubel konnte sich Philipp Schloot aus der Honschaft Alt Venn als neuer Jungkönig unter seinen zahlreichen Mitbewerbern durchsetzten. Im Anschluss wurde der neue König der St. Josef Bruderschaft ausgeschossen. Nach 54 Schuss konnte unser allseits beliebter und sich in seinem letzten Dienstjahr befindender „Dorfsheriff“ Karl-Heinz Hof die Königswürde sichern. Unter großem Jubel wurde der zukünftige König auf den Schultern seiner Honschaft Beltinghoven in das Festzelt getragen. Während den neuen Königen noch zahlreich gratuliert wurde, zogen die Venner Klompenfrauen ein um den großen Klompenball zu beginnen. Bei der folgenden Prämierung der Klompen belegten die Hamerner Klompenfrauen den 2. Platz. Nach vielen ausgelassenen Tänzen hervorragender musikalischer Begleitung und ausgelassener Stimmung wurde der Klompenball gegen 16:00 Uhr beendet. Die Venner Schützen marschierten weiter, um sich nach einem kurzen Aufenthalt in der Honschaft Winkeln um 18:00 Uhr zur Großen Königsparade vor der Venner Kirche aufzustellen. Nach zwei weiteren fantastischen Paradedurchgängen (welche leider durch einen gesundheitlichen Zwischenfall nebst Krankenwagen unterbrochen wurden) marschierten die Venner Schützen mit Ihren Fahnen, Blumenhörnern und Kindern an der Spitze zum „Großen Zapfenstreich“ auf. Der „Große Zapfenstreich“ welcher in Venn schon immer eine besondere Atmosphäre versprüht, wurde in diesem Jahr noch durch ein besonderes Highlight erweitert. Ein schottisches Musik Corp sorgte mit Dudelsäcken für einige musikalische Erweiterungen und gab dem Zapfenstreich eine ganz besondere Note, welche den Schützen und Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Am Ende des Zapfenstreichs zogen alle gemeinsam ins Zelt, wo „die Schotten“ noch ein paar Lieder zum Besten gaben und Bernhard Hinzen die Gäste der St. Josef Bruderschaft begrüßte.
Nach einigen netten Stunden im Kreise der Schützen und anwesenden Gäste zogen die Hamerner Bruderschaftler und Klompenfrauen zurück in Ihre Honschaft, wo sie den Abend ruhig in Ihrem Wachlokal ausklingen ließen.
Am Dienstag begann der Tag für die Honschaft Hamern um 09:30 Uhr erneut mit einem gemeinsamen Frühstück im Dörestrüxke. Gegen 11:00 ging es weiter zum Frühschoppen im Festzelt, um von dort aus mit dem Großteil der anderen Honschaften zur Ortskönigsparade nach Poeth zu ziehen. Nach einer Parade für und vor den Ortskönigen löste sich der Zug zum Schützenbiwak auf. Die Honschaft Poeth versorgte uns mit kalten Getränken und frisch Gegrilltem, so dass sich die Anwesenden für den Endspurt des diesjährigen Volks und Heimatfestes stärken konnten. Am Abend fand um 19:15 Uhr das letzte Antreten der diesjährigen Kirmes statt. Die angetretenen Schützen und ihre Damen zogen um 19:30 Uhr geschlossen zum Festzelt. Bei der Hälfte des Weges verließ uns unser „Wetterglück“. Die Schleusen am Himmel öffneten sich und wollten sich auch so schnell nicht mehr schließen. Die Stimmung sollte dies jedoch nicht trüben. Nach einer humoristischen wie auch „artistischen“ Einlage des Comedy Duos „Naseweis“ sowie einer musikalischen Einlage der Honschaft Hamern für Ihren König feierten die Venner noch, als die Band schon lange aufgehört hatte zu spielen….
gez. Andreas Laumans